So prägt Intimität unsere Beziehungen und das Leben

Kiran Iqbal
Kiran Iqbal

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Ob Sie mit jemandem «intim» werden können, sei es auf körperlicher oder emotionaler Ebene, hängt auch von Prägungen aus der Kindheit ab.

Intimität hat zahlreiche Facetten und prägt unsere Beziehungen.
Intimität hat zahlreiche Facetten und prägt unsere Beziehungen. - Depositphotos

Beim Wort «Intimität» denken viele Menschen an den körperlichen Aspekt einer Beziehung. Doch sie bedeutet mehr, etwa auf emotionaler, spiritueller oder intellektueller Ebene.

Und oft prägt Intimität unsere Beziehungen auf besondere Weise. Vor allem, weil die Suche nach ihr in der Kindheit beginnt.

Um zu verstehen, wie intime Beziehungen unser Leben prägen, hilft es, tiefer in die Materie einzutauchen.

Vertrauen und Verletzlichkeit: Die Säulen der Intimität

Von dem Moment an, in dem wir geboren werden, suchen wir nach engen physischen sowie emotionalen Verbindungen zu anderen Menschen. Vertrauen und Verletzlichkeit sind dabei entscheidend für den Aufbau intimer Beziehungen.

Als Säuglinge starten wir zum Beispiel als hilflose Wesen, ganz abhängig von anderen für unser Überleben. Babys müssen vertrauen und sind von Beginn an verletzlich.

Der Aufbau intimer Beziehungen beginnt früh in der Kindheit.
Der Aufbau intimer Beziehungen beginnt früh in der Kindheit. - Depositphotos

Sowohl auf körperlicher als auch auf emotionaler Ebene entsteht so Intimität zwischen Kindern und Eltern. Je nachdem, welche Erfahrungen Sie in der Kindheit machen, wirkt sich dies auf die Intimität im späteren Leben aus.

Angst und Vermeidung als Folge von Verletzungen auf der Suche nach Intimität

Für Kinder ist es normal sich aufzuregen, wenn eine Bezugsperson geht – das gesunde, gut angepasste Kind tut dies sogar. Bei der Rückkehr des Betreuers sucht das Kind sofort Kontakt und beruhigt sich wieder.

Aber nicht alle Kinder fühlen diese Sicherheit: Manche zeigen Anzeichen von Angst oder Vermeidungsverhalten.

Dies ist oft der Fall, wenn sie in intimen Beziehungen die Erfahrung gemacht haben, dass sie verlassen oder verletzt werden. Jede dieser Begegnungen prägt ihre Erwartungen an zukünftige Beziehungen und jeder Mensch entwickelt so einen individuellen Bindungsstil.

Intimität aufbauen: Es ist wichtig, Prägungen zu verstehen

Das Erwachsenenleben ist in vielerlei Hinsicht dann eine komplexe Version dieses Phänomens aus unserer frühen Kindheit. Doch auch als Erwachsene existiert unsere Bindungssicherheit auf einem Spektrum.

Intimität herrscht auf vielen Ebenen.
Intimität herrscht auf vielen Ebenen. - Depositphotos

Viele von uns sind etwa nicht vollständig sicher in Bindungen, was dazu führt, dass manchmal keine Intimität entsteht. Um sie dennoch aufzubauen, ist es wichtig, sich auch mit den Ängsten und Prägungen unserer Partner auseinanderzusetzen.

Einfache Gesten, etwa die Hand des Partners zu halten, zeugen von Intimität. Genau wie bei dem kleinen Kind hat auch hier ein liebevoller Kontakt sowohl physische als auch psychische Vorteile und beruhigt Körper und Geist.

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